Bitfinex und Tether bekommen Vorladung von US-Regulierern

Nun zweifelt wohl auch eine US-Behörde an der vollständigen Deckung der Dollar-Substitute Tether. Die Folgen eines Ausfalls für die Märkte könnten dramatisch sein. Oder ist das alles nur Panikmache? Wir erklären die Hintergründe der neuesten Gruselmeldung um die Tether-Dollar.

Die Vorladung wurde schon vor einem Monat ausgestellt, schaffte es aber erst jetzt mit einem Bloomberg-Artikel in die Medien. Und zwar hat die “Commodity Futures Trading Commission” (CFTC) am 6. Dezember eine Vorladung an Bitfinex und Tether geschickt. Die CFTC ist eine amerikanische Regulierungsbehörde, die die Future- und Optionenmärkte beaufsichtigt.

Warum die beiden Firmen die Vorladung erhalten haben, ist derzeit nicht bekannt. Vermutlich geht es aber darum, dass Bitfinex und Tether die sogenannten “Tether” herausgegeben haben. Dies sind Token auf der Bitcoin- und der Ethereum-Blockchain, die Dollar oder Euro repräsentieren. Tether behauptet, dass alle Dollar oder Euro vorhanden sind und auf einem Bankkonto liegen (mehr dazu: das Tether-Labyrinth).

Bitfinex und Tether hängen laut Bloomberg eng zusammen. Ein Sprecher von Bitfinex habe am 3. Dezember erklärt, dass Jan Ludovicus van der Valde CEO von beiden Firmen ist, während durch die geleakten Panama Papers herauskam, dass Bitfinex’ Chief Strategy Officer Phil Potter auch Direktor von Tether ist. Dies passt gut zu der Beobachtung, dass das massenhafte Ausgeben neuer Tether erst im vergangenen Jahr begann, nachdem Bitfinex massive Probleme bekam, Dollar ein- und auszuzahlen, und den Großteil der Dollar-Transaktionen durch Tether-Transaktionen ersetzt hat. Der genaue Anteil der Tether an den Dollar-Transaktionen der Börse ist aber nicht bekannt.

Bitfinex ist aber nur ein Teil der Tether-Geschichte. Dollar sind für so gut wie alle Kryptobörsen ein unangenehmes Kapitel, das durch die im vergangenen Jahr verschärften Regularien der USA noch haariger wurde. Einige der umsatzstärksten Börsen der Kryptomärkte handeln Dollar dementsprechend ausschließlich als Tether. Darunter sind OKEx, Binance, Huobi, Bittrex, HitBTC, Poloniex und mehr. Mithilfe von Tether können die Börsen die wichtigen Dollar-Währungspaare anbieten, ohne die Mühe auf sich zu nehmen, mit einer Bank zu kooperieren. Das ist natürlich praktisch, führt aber dazu, dass weite Teile des Ökosystems Tether vertrauen müssen.

Im Grunde verhält sich die Tether-Konstruktion ähnlich wie das System von Bretton Woods: Die ganze Welt hat darauf vertraut, dass die US-Regierung genügend Gold in ihren Tresoren hatte, um den Wert des Dollars und damit aller anderen Währungen zu erhalten. Nur muss man bei Tether keiner Regierung vertrauen, sondern einer privaten Firma, die ihre Bankkonten vom langen Arm der US-Regierung verbergen muss.

Schon seit langem bestehen Zweifel, ob Tether die Token tatsächlich vollständig mit Dollar deckt. Diese Zweifel werden umso gewichtiger, je mehr Dollar-Token Tether erzeugt. Allein in den vergangenen zwölf Monaten stieg die Anzahl der Tether-Dollar von etwa 25 Millionen auf nun mehr als 2,2 Milliarden. Seit November 2017 wurden rund 1,8 Milliarden Tether-Dollar herausgegeben, davon fast eine Milliarden im Januar. Damit hat Tether in diesem Monat mehr Dollar gedruckt als die Vereinigten Staaten von Amerika, die “nur” 540 Millionen erzeugt haben.

Die Entstehung neuer Tether. Quelle: Coinmarketcap.com

Kritische Beobachter unken schon länger, dass die Ausgabe neuer Tether regelmäßig einem Anstieg des Bitcoin-Preises vorangeht, und dass mit schöner Regelmäßigkeit neue Tether-Pakete onchain gehen, wenn der Preis fällt. Tether werden, so diese Perspektive, genutzt, um die Krypto-Märkte zu manipulieren. Der ganze gigantische Aufschwung, den wir seit November erleben und bestaunen, begründet sich dieser Theorie nicht auf einer echten Nachfrage nach Kryptowährungen, sondern lediglich durch die Liquidität, die durch eine ungedeckte und entfesselte Herausgabe von Tether in die Märkte injiziert wurde.

Alles nur das Werk von Tether? Die unglaubliche Rally der letzten drei Monate hat die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen von 180 auf kurzzeitig fast 800 Milliarden Dollar gehoben. Quelle: Coinmarketcap.com

Auf der anderen Seite kann man einwenden, dass es für die Börsen – und auch für deren Banken – eine gute Strategie ist, Dollar zu bunkern und Tether zu verwenden, um die alltäglichen Transaktionen abzuwickeln. Je mehr Turbulenzen auf dem Markt sind, sowohl im Guten wie im Schlechten, desto höher ist die Nachfrage nach diesen Dollar-Token. Die Menge an Tether ist demnach nicht Ursache, sondern Folge der wilden Marktgeschehnisse. Das Kapital, um Tether im Umfang von mehreren Milliarden herauszugeben, dürften die Börsen nach einem irrsinnig erfolgreichen Jahr 2017 haben.

Die Wahrheit kann man vermutlich nur auf eine Weise erfahren: Indem man eine Prüfung der Bankkonten von Tether vornimmt. Genau dies sollten eigentlich die Wirtschaftsprüfer der New Yorker Agentur Friedmann LLP erledigen. Noch im September 2017 konnten die Prüfer den Kontostand von Tether einem internen Dokument zufolge bestätigen, allerdings bleibt es fraglich, ob sie tatsächlich die Bankkonten prüfen konnten, da Tether diese im entsprechenden Dokument geschwärzt hat. Ein endgültiges Audit, das auch die seitdem erzeugten Tether einbezieht, liegt jedoch nicht vor. Die Kooperation zwischen Bitfinex / Tether und Friedmann LLP wurde vor kurzem beendet. Laut Tether sei sie nicht machbar, weil Friedmann “eine quälend detailreiche Prozedur vornimmt.”

Somit endet die Tether-Geschichte also damit, dass es irgendwo ein mysteriöses Bankkonto gibt, auf dem 2,2 Milliarden Dollar liegen, oder auch nicht liegen, und dass wir nicht viel mehr als das Wort von Tether / Bitfinex haben, dass alle Tether durch Dollar gedeckt sind. Im System von Bretton Woods wurden die Zweifel daran, dass die US-Regierung genügend Gold in ihren Tresoren hatte, irgendwann so stark, dass es nicht mehr möglich war, den Goldpreis auf den Börsen im vereinbarten Korridor zu halten. Kurz danach klappte das System von Bretton Woods auseinander.

Bei Tether scheinen solche Zweifel noch sehr zart zu sein. Kraken ist die einzige Börse, die das Währungspaar US-Dollar gegen Tether-Dollar anbietet. Hier fiel der Kurs zwar in den letzten Tagen vorübergehend auf 93 cent, doch er konnte sich wieder einfangen und schwabbert nun um die 99 cent herum. Das ist noch einigermaßen stabil.

Tether-Preis bei Kraken.

Welche Folgen die Vorladung der US-Aufsicht haben wird, ist derzeit noch schwer einzuschätzen. Ebenso ist es schwer abzuschätzen, welche Folgen ein Zusammenbruch des Tether-Systems auf die gesamten Märkte haben kann. Da es viele große Börsen gibt, die durch Tether die Dollar-Liquidität herstellen, könnte es aber verheerende Kettenreaktionen geben, die sich auf alle Kryptomärkte auswirken. Aber all das ist noch reine Spekulation.

Samsung beginnt, Bitcoin-Mining-Chips zu produzieren

Der südkoreanische Elektro-Gigant Samsung hat Berichten zufolge bereits begonnen, Asic-Chips für das Bitcoin-Mining zu produzieren. Damit bekommen die chinesischen Asic-Schmieden Konkurrenz aus Südkorea.

Mehrere südkoreanische Magazine berichten, dass Samsung die Produktion von Asic-Chips bereits begonnen hat und für Ende Januar deren Verkauf anpeilt. Der Technologiekonzern steht bereits mit einem bisher ungenannten chinesischen Hersteller von Asics unter Vertrag, um für diesen als sogenannte “Foundry” die Chips im Fremdauftrag herzustellen.

Samsung hat eine der größten und modernsten Halbleiterschmieden der Welt, auch wenn das Produktionsvolumen noch ein gutes Stück von der weltgrößten Foundry von TSMC entfernt ist, die jüngst damit Schlagzeilen machte, dass das Bitcoin-Mining einer der Wachstumstreiber der Halbleiterproduktion ist. Auffällig ist, dass Samsungs Foundry bereits in der Lage ist, 10 oder auch 8 Nanometer kleine Chips zu produzieren und für 2018 die Serienfertigung von 7nm-Chips plant. Da die modernsten Bitcoin-Miner von Bitmain, die S9, noch auf 16nm Chips bauen, könnteni die Werke aus Samsungs Foundry einen neuen Leistungsschub für die Mining-Industrie auslösen. Ob nun Bitmain selbst der noch unbekannte Mining-Hersteller ist, und damit seine Marktmacht weiter ausbauen wird, oder ob ein anderes Unternehmen, etwa die Macher der Dragonmint-Miner, mit Samsungs Chipschmiede Bitmain Konkurrenz machen werden – dies steht derzeit noch in den Sternen.

Die Produktion von Bitcoin-Asic-Chips ist der bisher entschiedenste Schritt des südkoreanischen Technologiekonzerns hin zu Kryptowährungen. Allerdings nicht der erste: Bereits im Herbst 2017 hat die Firma demonstriert, dass man alte Samsung-Smartphones in ein Mining-Rig verwandeln kann. Einige Ingenieure von Samsung haben vorgeführt, wie man 40 S5 Smartphones so recyclen kann, dass die Geräte Kryptowährungen schürfen. Zu diesem Zeitpunkt hat Samsung auch angekündigt, dass man den russischen Mining-Hersteller Baikal mit Asic-Chips beliefern wird. Anders als Bitmain hat sich Baikal auf Asics spezialisiert, die nicht Bitcoins, sondern Coins mit anderen Algorithmen wie X11 oder Blake erzeugen.

Neben den Asics verdient Samsung bereits durch DRAM für Grafikkarten am Mining-Boom. Die Firma hat begonnen, 16GB-DRAM-Chips (GDDR6) mit einer Größe von 10nm in Massenproduktion herzustellen. Dieser Arbeitsspeicher ist doppelt so schnell wie die bisherigen GDDR5 Chips. Grafikkarten, die im Mining-Goldrausch mithalten wollen, benötigen diese exklusiv von Samsung hergestellten Chips.

Neben Samsung und TSMC dringt derzeit aber noch ein dritter Technologie-Gigant aus Asien ins Bitcoin-Mining vor: Der führende japanische Internetkonzern GMO hat bereits im September 2017 angekündigt, 7nm Asic-Chips produzieren zu werden, um mit diesen eine große Mining-Farm in Nordeuropa zu betreiben. Damit dürfte es in den nächsten Jahren ein Wettrennen geben, wer Moores Law im Bitcoin-Mining als erstes ausschöpft, indem er die Asic-Chips an das physikalische Minimum treibt. Man könnte auch sagen, dass das Bitcoin-Mining zu einer technologischen Ode an den Hash-Algorithmus SHA256 geworden ist.

Größter Krypto-Hack aller Zeiten: Bitcoin nicht beteiligt.

Vor kurzem wurde die japanische Börse Coincheck gehackt. Dabei wurden XEM im Wert von 400 bis 500 Millionen Dollar gestohlen. Nun versucht die NEM-Foundation, zu verhindern, dass der Hacker die Coins ausgibt, während die Börse verspricht, den Schaden vollständig zu ersetzen. Die japanische Finanzaufsicht kündigt derweil an, den Börsen künftig genauer auf die Finger zu schauen.

Die japanische Börse hat kürzlich bekanntgegeben, dass bei einem Hack Kryptocoins im Wert von bis zu 500 Millionen Dollar gestohlen worden sind. Dies ist mehr, als bei den bisherigen Top-Hack, einschließlich Mt. Gox, abhanden gekommen ist. Am verrücktesten ist nun das, was nicht passiert.

Wir haben kürzlich den größten Hack in der Geschichte der Kryptowährungen erlebt, und es hat keinen so richtig interessiert. Es gab keinen Aufschrei, keine Woge der erschütterten Tweets, keine Panik-Verkäufe, keine Einbrüche. Nichts. Nicht minder verrückt ist, dass im größten Hack in der Geschichte der Kryptowährungen weder Bitcoins, noch andere Top-Währungen wie Ethereum, Ripple, Litecoin, Bitcoin Cash oder Cardano gestohlen wurden, sondern lediglich Einheiten einer Kryptowährung namens NEM, die, zumindest hierzulande, relativ unbekannt ist. Im Ranking der Coins steht NEM auf Rang 10. Die Token der Währung laufen unter dem Ticker XEM.

Auch Coincheck ist kein so großes Schwergewicht, wie man es beim größten Kryptohack aller Zeiten vermuten würde. Die Börse ist die Nummer zwei in Japan und steht im Ranking der Börsen bei exchangewar.info auf Rang 15, mit einem täglichen Handelsvolumen von gut 10.000 Bitcoin. Die Börse hat letzten Freitag in einer Pressekonferenz erklärt, was mit NEM passiert ist: Man habe am späten Vormittag entdeckt, dass es in der Nacht einen Hack gegeben hat. Betroffen waren nur die rund 523 Millionen XEM, die die Börse vollständig auf einem Hot-Wallet gespeichert hat. Hot Wallet bedeutet, dass die Wallets in Kontakt mit dem Internet stehen. Die meisten Börsen bewahren den absolut größten Anteil der Coins auf sogenannten Cold Wallets auf, die keinen Kontakt zum Internet haben. Coincheck hingegen hat weder Cold Wallets noch Multisig-Verfahren benutzt. Wie der Hack genau zustande kam, erklärt die Börse bislang nicht.

Der Preis von XEM ist umgehend abgestürzt. Er fiel von knapp einem Dollar auf rund 77 cent. Dann erholte er sich aber wieder zügig, kletterte sogar auf 1,04 Dollar, fiel dann jedoch auf unter 90 cent. Insgesamt jedoch scheint der Hack einen bemerkenswert geringen Einfluss auf den Preis von XEM zu haben, der seit der Spitze von 2 Dollar am 5. Januar ohnehin in einem bisher ungebrochenen Abwärtskanal zu stecken scheint.

Wenn der Hack überhaupt einen Einfluss auf den Preis hat, dann ist dieser positiv. Denn NEM erlaubt es irgendwie, ein sogenanntes Mosaic in die Blockchain zu drücken, durch das man bestimmte Coins markieren kann. Gewöhnlich wird dies verwendet, um Token auf die Blockchain zu bringen. Im Fall des Hacks erlaubt es aber, die Coins, die der Hacker erbeutet hat, öffentlich zu markieren. Die NEM-Foundation und Coincheck arbeiten bereits zusammen daran, die Coins des Hackers zu markieren. Es soll eine Blacklist geben, die in der API von NEM selbst verfügbar ist, und die Börsen unkompliziert aktivieren können. Dies macht es praktisch unmöglich, die Coins aus dem Hack auszugeben, was bedeutet, dass der Hack lediglich gut 500 Millionen NEM aus dem Verkehr gezogen hat, was rund 5 Prozent der gesamten Geldmenge entspricht. Und das ist eigentlich eine gute Nachricht für den Preis.

Eine Hardfork, um die Coins wiederherzustellen – wie es Ethereum beim DAO-Hack vorgeführt hat – steht für die Foundation nicht zur Debatte. Die einzige Hoffnung, die sich Coincheck machen darf, um die XEMwieder zu sehen, ist, dass der Hacker sie gegen ein Lösegeld freigibt. Was angesichts des Blacklistings für beide Seiten ein gutes Geschäft wäre.

Ohnehin scheint Coincheck über die Resourcen zu verfügen, um diesen Hack hinzunehmen. Dies ist vielleicht die nächste Überraschung in dieser Hack-Geschichte. Das Krypto-Ökosystem ist so liquide, dass der größte Kryptohack aller Zeiten nicht nur keine ökosystemweiten Schockwellen aussendet, sondern nicht einmal eine einzige Börse umnietet. Nur einen Tag nach dem Hack hat Coincheck angekündigt, die Kunden vollständig zu entschädigen, jedoch nicht in NEM, sondern in Yen. Sprich – die Kunden werden den Wert in Yen erhalten, den die XEM zum Zeitpunkt der Ankündigung wert waren. Dass der Gesamtwert der gestohlenen XEM zu diesem Zeitpunkt von mehr als 500 Millionen Dollar auf nur noch 400 gefallen ist, dürfte eine Erleichterung für die Börse sein, stößt aber manchen Kunden übel auf.

Die japanische Finanzaufsicht FSA nimmt den Fall derweil zum Anlass, um Coincheck aufzufordern, bessere Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren. Die Börse solle gemeinsam mit der Aufsicht herausfinden, was die Ursache des Vorfalls war, und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass sich dies wiederholt. Die Community dürfte hier, ausnahmsweise, der Aufsicht zu 100 Prozent zustimmen.

NEM ist die Kurzform für New Economy Movement und eine bereits seit Anfang 2014 existierende Blockchain-basierende Kryptowährung. Mit dem “Proof of Importance” hat NEM einen eigenen Konsens-Algorithmus entwickelt. Weiter wurden in NEM Supernodes eingerichtet, die spezielle Funktionen im Netzwerk erfüllen. Die NEM-Blockchain ermöglicht zudem Smart Contracts, Smart Assets und Namespaces, also Domains, und vieles mehr. Trotz des relativ hohen Alters, dieser Fülle an Funktionen sowie einem dauerhaft relativ hohen Platz im Ranking der Coins ist NEM außerhalb von den Schwerpunkten in Japan und Malaysia relativ unbekannt.

1% oder 25%? Zwei Studien versuchen, den Einfluss illegaler Aktivitäten in Bitcoin zu messen …

Zwei neue Studien schätzen, welchen Anteil kriminelle Transaktionen am Bitcoin-Ökosystem haben. Die Antworten sind so unterschiedlich, dass vermutlich keine der beiden Studien ein valides Ergebnis liefern kann. Methodisch betrachtet sind die Arbeiten aber hochinteressant – wenn auch nicht wasserdicht.

Sex, Drugs and Bitcoin

Die erste hier vorgestellte Studie trägt den Titel “Sex, Drugs, and Bitcoin: How Much Illegal Activity Is Financed Through Cryptocurrencies?“. Sie wurde von drei Wirtschaftswissenschaftlern aus Sydney und Riga verfasst. Die Wissenschaftler haben dabei ein weites Set an Werkzeugen verwendet, um die gesamte illegale Aktivität im Bitcoin-Universum aufzudecken. Ihr Ergebnis ist extrem: “Wir haben herausgefunden, dass etwa ein Viertel der Bitcoin-User und die Hälfte der Bitcoin-Transaktionen mit illegalen Aktivitäten verbunden sind.” Insgesamt entspreche dies etwa 72 Milliarden Dollar im Jahr, womit Bitcoin in einer Liga mit den amerikanischen und europäischen Märkten für illegale Drogen spiele.

Woher wissen die Forscher dies? Sie haben alle verfügbaren Daten und Methoden benutzt, um die “illegalen” von den “legalen” Nutzern zu trennen und deren Anteil herauszufinden. Methodisch ist dies äußerst interessant, da es beinah das komplette Spektrum von dem abdeckt, was durch Blockchain-Analysen möglich ist.

Die User

Zunächst haben die Forscher alle Adressen auf der Blockchain zu Wallets verbunden. Dabei haben sie den Union-Find-Algorithmus benutzt, der Transaktionen analysiert und Cluster bildet. Wenn jemand beispielsweise mit zwei verschiedenen Adressen Bitcoins empfängt und danach eine Transaktion bildet, in der diese beiden Adressen Inputs sind, dann zeigt dies, dass die beiden Adressen demselben Besitzer gehören. Auf diese Weise lässt sich eingermaßen sicher feststellen, welche Adressen in eine Wallet gehören.

Um das Sample von Usern zu filtern, haben die Forschern dann die Transaktionen von Börsen und Minern sowie alle Transaktionen mit einem Wert unter einem Dollar herausgeschnitten. Nach diesen Operationen hatten sie eine Datenbank von etwa 106 Millionen User, die zusammen 606 Millionen Transaktionen im Wert von etwa 1,9 Billionen Dollar ausgeführt haben. Diese User haben sie dann nach bestimmten Eigenschaften sortiert, wie etwa der Anzahl an Transaktionen, der durchschnittliche Größe der Transaktionen, der Anzahl an Gegenparteien, der Nutzung von Mixern und so weiter.

Kriminelle Verwicklungen

Schließlich haben die Forscher dieses Sample an Usern mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht. Dazu haben sie drei Methoden benutzt. Erstens haben sie nach Bitcoin-Beschlagnahmungen durch die Behörden geschaut, wozu sie etwa Gerichtsakten in den USA durchsucht haben. Da diese Akten Hinweise auf Transaktionen oder Adressen enthielten, konnten sie damit den User identifizieren. Ähnliches gelang durch die Analyse von Versteigerungen konfiszierter Bitcoins. Auf diese Weise konnten sie 1.016 illegale User identifizieren.

Die zweite Methode führte zu den meisten Erfolgen. Die Forscher haben die “Hot Wallets” von 17 Darknet-Marktpklätzen identifiziert. Mithilfe der Wallet-Analyse konnten sie die Adressen und Wallets der User auffinden, was zu ein wenig mehr als 6 Millionen Kunden der Darknet-Märkte geführt hat. Die dritte Methode schließlich baute auf Analysen von Online-Foren auf. In diesen haben User gelegentlich ihre Adresse gepostet, etwa um nachzufragen, was mit einer Transaktion geschehen ist. Hierdurch haben die Wissenschaftler weitere 446 kriminelle User entdeckt.

Damit haben die Forscher insgesamt 6.223.337 kriminelle Bitcoin-User identifiziert. Diese repräsentieren 5,86 Prozent aller Bitcoin-User. Wenn man es auf Transaktionen hochrechnet, ist ihr Anteil noch größer – nämlich rund ein Drittel aller Transaktion.

Kriminelle Aktivitäten

Allerdings haben wir damit nur den ersten Teil. Im zweiten haben die Forscher versucht, Schätzungen zu illegalen Aktivitäten mit Bitcoin abzugeben, die nicht von bereits bestehenden Verbindungen abhängen.

Hierfür haben sie zwei Methoden angewandt. Erstens haben sie aufgrund der Transaktionshistorien Netzwerk-Topologien gebildet. Vereinfacht ausgedrückt: Wenn deine Freunde Diebe sind, bist du auch einer. “Wenn wir wissen, dass die User A, B und C in illegale Aktivitäten involviert sind (beispielsweise weil ihre Bitcoins von der Polizei beschlagnahmt wurden), dürfte ein User X, der ausschließlich oder überwiegend mit A, B und C handelt, ebenfalls in illegale Handlungen verwickelt sind.” Mithilfe von Algorithmen haben die Forscher so versucht, die Topologien von illegalen Netzwerken nachzuzeichnen.

Zweitens haben die Wissenschaftler die Nutzungsmuster von anständigen und kriminellen Bitcoin-Usern verglichen. So gibt es mehrere Anhaltspunkte für Illegalität: Kriminelle Nutzer versenden mehr Transaktionen (während gesetzestreue Nutzer Bitcoins eher horten), sie neigen dazu, Methoden zu nutzen, um die Herkunft ihrer Coins zu verschleiern, etwa Mixer, und schließlich korreliert ihre Aktivität stärker mit einer hohen Aktivität in der Darknert-Szene, aber kaum mit dem in Google-Trends festzustellenden Bitcoin-Hypes, die offenbar eher das Interesse von Investoren ausdrücken.

Die beiden Methoden erlauben eine weitere Schätzung, wie hoch der Anteil der Bitcoin-User ist, die mit illegalen Aktivitäten zu tun haben. Der Mittelwert zwischen beiden Schätzungen ist etwa 25 Prozent, was etwa in 26,8 Millionen kriminellen Bitcoin-Usern mündet, denen knapp 80 Millionen ehrliche User gegenüberstehen. Diese 25 Prozent der User sorgen allerdings für einen deutlich höheren Anteil an Transaktionen, den die Forscher mit etwa 44 Prozent oder 269 Millionen Transaktionen angeben.

Diese Ergebnisse, so die Forscher, sagen auch etwas über den intrinsischen Wert von Bitcoin aus. “Unsere Resultate zeigen, dass Bitcoin als ein Zahlungsmittel derzeit relativ weitläufig genutzt wird, um mit illegalen Gütern oder Dienstleistungen zu handeln, und dass die illegale Nutzung von Bitcoin damit vermutlich einen wichtigen Beitrag zum fundamentalen Wert von Bitcoin leistet.”

Allerdings ist dies nur die Perspektive einer Studie. Eine andere Untersuchung kommt zu deutlich anderen Ergebnissen.

Bitcoin-Wäsche

Die zweite aktuelle Studie zur Kriminalität auf der Blockchain trägt den Titel “Bitcoin Laundering: An Analysis of Illicit Flows into Digital Currency Services” (“Bitcoin-Geldwäsche: Eine Analyse von illegalen Geldströmen auf Dienstleister im Bereich der Digitalen Währungen”). Sie wurde vom Center on Sanctions and Illicit Finance (Zentrum für Sanktionen und illegale Finanzen), ein Think Tank, der die amerikanische Regierung berät, sowie Elliptic, einer Firma, die die Blockchain untersucht und diesen Service auch verkauft, herausgegeben.

Die von den beiden Organisationen publizierte Kurzstudie geht vor allem der Geldwäsche von Bitcoins nach, also jenem Vorgang, der die (kriminelle) Herkunft von Bitcoins verschleiert und diese in “saubere” Bitcoins oder gleich Dollar wechselt. Dazu haben die Analysten Bitcoin-Transaktionen zwischen 2013 und 2016 untersucht, um Trends nachzuzeichnen, welche Wege Bitcoins, die eindeutig mit kriminellen Machenschaften zu verbinden sind, gehen, um gewechselt oder gesäubert zu werden. “Die Parameter der Studie sind absichtlich schlank gehalten, um die Daten besser beherrschbar zu machen,” erklären die Autoren. Sie räumen ein, dass “dies vermutlich das Volumen der für die Analyse verwendeten kriminellen Transaktionen reduzieren wird.” Weniger als die Menge kommt es der Studie auf die Muster an.

Um die “schmutzigen” Bitcoins zu identifizieren, wurde das Analyse-Tool von Elliptic verwendet. Dieses kombiniert die öffentlichen Blockchain-Daten mit einem privaten Set an Daten, welches Bitcoin-Adressen mit bekannten Entitäten verbinden, was Börsen, aber auch Erpresser oder Darknet-Märkte sein können. “Wir haben 214 einzigartige Konversions-Services beobachtet, darunter Börsen für Virtuelle Währungen, Glücksspiel-Seiten und Mixer.” Dazu kamen noch 102 illegale Entitäten.

Die Autoren machen keinen Hehl daraus, dass die Studie nur eine limitierte Aussagekraft haben kann. “Die Studie betrachtet deutlich mehr als eine halbe Million Bitcoins, die in den Jahren 2013 bis 2016 direkt von illegalen Quellen zu den Konversions-Services geflossen sind. Dies soll keine erschöpfende Übersicht über diese Art von Aktivität sein, da wir nicht versucht haben, alle illegalen Quellen von Bitcoins zu identifizieren. Allerdings deckt es die Mehrheit der bekannten, signifikanten Entitäten dieser Art ab.” Nicht betrachtet werden jedoch Geldflüsse, die durch unbekannte Mittelsmänner gehen, bevor sie bei den Wechselplattformen landen. Daher gehen die Autoren davon aus, dass das tatsächliche Volumen deutlich größer ist.

Trotz dieser Einschränkungen dürfte es überraschend sein, wie weit die Ergebnisse von denen der ersten Studie abweichen. Die überwältigende Mehrheit der kriminellen Geldflüsse kommt von relativ wenig Entitäten, vor allem den großen Darknet-Marktplätzen. Neun von 102 illegalen Entitätem sorgten für 95 Prozent der gewaschenen Bitcoins. “Unserer Studie zufolge war die absolute Prozentzahl von ‘schmutzigen Bitcoins’, die auf den Konvsersions-Plattformen landete, eher gering. Nur 0,61 Prozent des Geldes, das in den vier Jahren hier ankam, konnte einer illegalen Quelle zugewiesen werden, mit dem höchsten Wert (1,07%) in 2013.”

Zwar gehen die Autoren davon aus, dass der wahre Anteil höher liegt. Gewiss aber nicht davon aus, dass er um das 25-Fache über ihrer Schätzung liegt.

Methodische Problemzonen

Die Ergebnisse der beiden Studien zeichnen ein sehr unterschiedliches Bild vom Anteil des illegalen Handels an Bitcoin. Auch eine Studie von Europol über die Darknet-Markets legt nahe, dass das Volumen dieser Märkte sehr gering ist, wenn man es mit dem allgemeinen Drogenhandel oder den legalen Bitcoin-Transaktionen vergleicht, wie auch eine Studie eines internationalen Forschungsteams gezeigt hat, dass die kriminelle Nutzung von Bitcoin deutlich zurückgeht.

Woher kommen diese riesigen Unterschiede? Daher, dass jede Statistik vor allem das bestätigt, was ihre Macher aussagen wollen? Wollen die Forscher aus Sydney und Riga den Anteil krimineller Aktivität möglichst hochrechnen, während ihn Elliptic eher kleinrechnet? Beide Studien dürften ihre Mängel haben, die vielleicht zeigen, inwieweit sie etwas danebenliegen.

Die Studie von Elliptic und dem Center of Sanction and illicit Finance erklärt selbst, dass sie nicht repräsentativ ist und es durchaus möglich ist, dass der echte Anteil der illegalen Transaktionen erheblich höher liegt. Aber liegt er so hoch, wie es die andere Studie nahelegt?

Wenn wir genauer hinschauen, finden wir in der Studie der Forscher aus Sydney und Riga einige methodische Schwachstellen, die die Ergebnisse weniger valide machen. Etwa die Schätzung der User-Anzahl durch das Verbinden von Adressen zu Wallets. Dieses “Clustering” lieferrt zwar Einsichten, aber eher keine belastbaren Ergebnisse. Denn es ist nicht so arg schwierig, dem Clustering zu entgehen. Man kann etwa mit Trezor, Ledger oder Electrum verschiedene Wallets bilden und diese konsequent voneinander trennen. Auf diese Weise kann ein User mehrere Wallets haben, die nicht in Verbindung zu bringen sind. Damit ist einer der Ausgangspunkte der Studie – die Anzahl der User – eine stark fragwürdige Angabe. Man sollte nicht nur annehmen, dass die tatsächliche Anzahl an Usern deutlich geringer ist, sondern auch, dass kriminelle User mehr Energie investieren, um Wallet-Verbindungen zu verhindern. Damit dürfte nicht nur die absolute, sondern auch die relative Anzahl krimineller Nutzer deutlich geringer sein als von der Studie angenommen.

Weiter haben die Forscher ihr Set an Usern vorgefiltert. Es wurden alle Transaktionen von Börsen und Minern sowie mit einem Wert unter einem Dollar herausgeschnitten. Damit zeigt die Studie nur eine Teilmenge der User. Die Leute, die Bitcoins von Börse zu Börse schicken, oder von Mining-Pool in die Spar-Wallet oder auf eine Börse, oder all die, die früher gerne mit Satoshi Dice gespielt, sich bei Faucets Bitcoins umsonst geholt haben oder sonstwie mit Microtransaktionen experimentiert haben – diese User zählen in der Studie gar nicht als User. Dass der Anteil der Kriminellen User höher liegt, wenn man die Menge der User so reduziert, ist wenig überraschend.

Weiter könnte man noch anmerken, dass das Verbinden der Darknet-Hotwallets mit Usern auch legale User treffen kann, je nachdem, wie tief die Algorithmen graben – abgesehen davon, dass die Anzahl an echten Usern über das Wallet Clustering nicht valide zu benennen ist. Die Identifizierung durch Aktivitätsmuster bringt mit relativ großer Sicherheiheit falsche Treffern, etwa Leute, die Mixer verwenden oder generell gerne Bitcoins benutzen, um zu bezahlen oder anderweite (legale) Transaktionen zu tätigen.

Es gibt also sehr viele Punkte, die man an der Studie kritisieren kann. Solche Einschränken machen die Ergebnisse bestenfalls zu Schätzungen. Die tatsächlichen Werte können deutlich unter ihnen liegen.

Man kann allerdings kaum sagen, wo die Wahrheit ist. Bitcoins wird ohne Zweifel für illegale Dinge genutzt, und das auch in einem nicht unerheblichen Ausmaß. Ob dieses allerdings 2 oder 20 Prozent der verschiedenen Metriken für die Bitcoin-Aktivität – User, Transaktionen, Volumen – abdeckt, ist schwer zu sagen. Das System ist zwar in einem erschreckenden Ausmaß transparent – doch nicht genug, um die Frage nach dem Anteil illegaler Aktivitäten eindeutig zu beantworten.

Die Banken Skandinaviens finden Bitcoin gar nicht geil

Eigentlich sind Kryptowährungen in Skandinavien recht beliebt. Offenbar allerdings nicht bei den Banken. So hat nun die große Nordea Bank ihren Angestellten verboten, privat mit Bitcoins zu handeln. Auch die Danske Bank liebäugelt mit einer ähnlichen Maßnahme, während sie bereits erklärt hat, keine Einzahlung von Spekulationsgewinnen durch Kryptowährungen anzunehmen.

Wenn alles zum ersten Mal geschieht, wird man schnell zum Pionier. So wurde die schwedische Nordea-Bank jüngst zum europäischen Pionier in Sachen Bitcoin – wenn auch etwas anders, als wir es uns gewünscht hätten.

Die Nordea-Bank hat ihren Hauptsitz in Stockholm und ist mit mehr als 11 Millionen Kunden und über 30.000 Mitarbeitern eine der größte Banken Nordeuropas. Falls unter diesen 30.000 Mitarbeitern Bitcoin-Fans sind, wird die alte Frage, “Bitcoin oder Bank” für sie jetzt unerwartet konkret. Denn die Bank hat ihren Angestellten kurzerhand verboten, ab dem 28. Februar mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen zu handeln. Dieses Verbot erstreckt sich nicht nur auf die Arbeit bei der Bank, sondern auch die privaten Anlagen der Mitarbeiter. Das Risiko sei zu groß, sowohl für die Bank als auch für die Mitarbeiter, so eine Sprecherin. Angestellte, die bereits Kryptowährungen besitzen, werden aber nicht gezwungen, diese zu verkaufen, auch wenn die Bank dies empfiehlt.

Die Nordea-Bank scheint Bitcoin wirklich nicht zu mögen. Schon zuvor hatte der CEO, Casper von Koskull, Bitcoin als “Witz” bezeichnet. Er sagte zudem, dass die Kryptowährung unreguliert sei und regelmäßig mit Betrug und kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht wird. Er glaubt nicht, dass die Regierungen es zulassen werden, dass eine unregulierte Währung weiter existiert. Vor allem nicht, wenn etwas schief läuft.

In Dänemark bereitet sich derweil eine Gewerkschaft darauf vor, Nordea wegen des Verbots zu verklagen. Die Bank verteidigt sich damit, dass es “eine weitverbreitete Praxis im Bankenwesen ist, die persönlichen Investitionen von Mitarbeitern zu beschränken, um sie daran zu hindern, Positionen in spekulativen Investments aufzubauen …”, so ein Sprecher der Bank. Nordea habe, wie alle anderen Banken, das Recht, solche Regeln zu verhängen. Die schwedische Finanzaufsicht scheint der Bank rechtzugeben. Ein Sprecher sagte Bloomberg, dass es jeder Bank obliege, Regeln für die Investments der Mitarbeiter aufzustellen.

Die Kollegen von der Zentralbank in Dänemark gehen noch einen Schritt weiter. Der Governeur der Zentralbank, Lars Rohde, hat bereits im Dezember in einem Fernsehinterview die Einwohner des Landes aufgefordert, “von Bitcoin die Finger zu lasssen. Es ist tödlich. Es ist kein regulierter Markt. Es fällt nicht in die Verantwortung der Aufsicht. Es ist allein in der Verantwortung der Individuen.” Bitcoin sei wie “der Tulpenwahn, also eine Blase, die außer Kontrolle geraten ist.”

Die größte Bank Dänemarks, die Danske Bank A/S, hat kürzlich erklärt, dass sie es ihren Kunden nicht erlauben werde, Guthaben einzuzahlen, die sie durch Spekulationen auf Bitcoin erworben haben. Das ist schon ein dicker Hund, aber liegt ebenfalls im Bereich dessen, was Banken erlaubt ist. Zudem steht ein ähnliches Verbot, wie es die Nordea verhängt hat, auch bei der Danske Bank zur Debatte. Sie fordert ihre Mitarbeiter bereits auf, mit Bitcoins zu handeln, hat aber noch nicht entschieden, ob ein volles Verbot notwendig sein wird. “Wir sehen Kryptowährungen skeptisch und raten unseren Mitarbeitern, diese nicht zu handeln,” so ein Sprecher. Man analysiere die Situation gegenwärtig und “die Zeit wird zeigen, ob es ein formales Verbot geben wird.”

Außerhalb der Bankenwelt sind Kryptowährungen in Skandinavien so beliebt wie noch nie. Erst im Dezember wurde der dänisch-schweizerische Bitcoin-Multimillionär Niklas Nikolajson zum Hauptsponsor einer Eishockeymannschaft, während der schwedische ETN-Herausgeber XBT Provider neben Bitcoin auch Ethereum-Papiere auf die Stockholmer Börse brachte und das dänische Lieferessensportal hungry.dk Bitcoin Cash stellvertretend für 1.200 Restaurants akzeptiert hat.